Höhenleitwerk:

Das Rhönsperber HLW ist mit seinen vielen Diagonalstreben recht komplex und war mit allen Verzahnungen und der Servoanlenkung eine anspruchsvolle Konstruktionsarbeit. Umso einfacher ist aber der Aufbau, der ohne Helling oder Plan zu machen ist.

HLW_12

Im Mittelteil ist die HLW-Rumpf-Befestigung und die Servoaufnahme untergebracht. Diese Teile sind aus 3mm Flugzeugsperrholz hergestellt. Aus den Aluteilen wird das hintere HR-Lager gebaut.

HLW_01

Über ein Alu-U-Profil werden die Ruder über ein zentrales Servo, welches in der Mittelrippe sitzt, angesteuert. Da ich keine sichtbare Anlenkung haben wollte, befindet sich die ganze Mechanik im Inneren des HLWs

HLW_18

Die HLW Rippen werden mit dem geschlitzten Holmsteg verklebt und am Mittelteil verklebt, bzw. verschraubt. Alle Abstände sind vorgegeben und es muß lediglich auf den geraden Verlauf des Steges geachtet werden.

HLW_23

Nachdem alle gerade Rippen, Holme und Randbögen der beiden Ruderhälften verbaut und verschliffen waren, konnte ich die oberen Holmaufleimer und Endleisten zusammen schäften und aufkleben.

HLW_36

HLW_21

Nachdem die oberen Ruderholm-Beplankungen und Endleisten verleimt waren, konnte ich das HLW umdrehen und die Endleisten mit Balsa aufdoppeln und verschleifen. Mit dem Aufleimen der unteren 0,8mm Sperrholz-Aufleimern und -Endleisten bekamen die Ruder schon eine beachtliche Stabilität.

HLW_44

HLW_37

Mit 0,4mm Sperrholz habe ich die Torsionsnase beplankt. Die Lagerpunkte wurden freigelegt und die Novotex-Scharniere aufgefädelt. Mit den Rippenaufleimern, die hier noch fehlen, hat dieses Ruder eine hohe Steifigkeit bei geringem Gewicht.

HLW_52 HLW_59

HLW_62

Mit 0,4mm Sperrholz wurde zuerst die Unterseite bebügelt, dann wurde die DF auf die Füße gestellt und ausgerichtet. Im letzten Schritt wurde die Beplankung um die Nase gezogen,um die D-Box zu schließen. Nachdem die gesamte D-Box beplankt war, konnte ich das Ruder anschlagen.

HLW_75

HLW_80

Der Hauptspant mit allen Teilen für den Brückenspant, der später die Kräfte um die Holmöffnungen leitet. Zusammen mit den Wurzelrippen, die später im Holmbereich noch freigeschnitten werden, können die exakten Abstände der Brückenspante geprüft werden.

R_001

R_010

Die vordere Rumpf-Baugruppe konnte nun auf die Helling gestellt werden. Bisher ist noch kein Tropfen Leim geflossen.

R_035

R_044

Vorher wurde noch der Deckspant eingesetzt, der die hintere Cockpitwand bildet. Des weiteren habe ich auch für den späteren Cockpitausbau, die Halter-Anformungen und und Durchführung für das Bremsklappen-Gestänge, wie im Original, vorgesehen. Die hinteren 5 Spanten werden als Baugruppe auf der Helling aufgestellt.

R_046

R_056

Verbindung der vorderen und hinteren Baugruppe. Danach konnten alle mittleren Spanten aufgestellt und mit dem Gurt und dem Hellingbrett verleimt werden.

R_079

R_083a

Pressen zweier Escheleisten auf der Kufenhelling und das einbaufertige SR-Servobrett.

R_110

R_105

Insbesondere im sphärisch gebogenen Rumpfvorderteil müssen zusätzliche Beplankungsstreben eingebaut werden. Im Original wurde hier mit sogenannten Schablonenhölzern gearbeitet, die auf Rumpfkontur zugeschnitten, als Stütze unter den Schäftstellen befestigt wurden. Nach dem Schäften wurden sie wieder entfernt. Am Modell wäre diese Methode zu aufwändig, deshalb fügte ich zusätzliche, formgebende Streben ein auf denen Die Schäftlinien verlaufen. Anpassen der unteren Rumpfbeplankung aus 2mm Flugzeugsperrholz.

 R_125

R_134

Die Rumpfnasensegmente werden halbseitig in einer Schablone verleimt und später zusammengeklebt.

R_137

R_138

Hier sind die Kufen-Lagerstücke schon mit dem Rumpfunterboden verleimt. Die gebogene und zugeschnittene Eschenkufe mit den Dämpfern wird an den Enden verschraubt.

R_158

R_161

Die Ausklinkeinheit wird auf die Kufe montiert. Von unten kann der Wagen eingeklinkt werden und wird durch die Federkraft gehalten. Mit einem Bowdenzug wird der Hebel zum Ausklinken nach oben gezogen und der Wagen fällt ab.
R_170
R_417

Dann konnte endlich mit der 0,6mm Sperrholz-Beplankung begonnen werden. Eine Arbeit bei der der Fortschritt gut sichtbar ist.

R_172

R_175

Die untere Rumpfbeplankung war nun komplett, sodass die Hellingfüße durchtrennt wurden, und der Rumpf von der Helling genommen werden konnte.

R_191

R_193

Auf den Stützen ausgerichtet geht nun die Rumpfbeplankung weiter.

R_198

Im oberen Bugbereich wird der Haubenrand auf dem Rumpf aufgebaut und zusammen mit der Rumpfnase beplankt. So ist eine Passgenauigkeit sichergestellt.

Die vordere Rumpfbeplankung kann man durchaus als „anspruchsvoll“ bezeichnen, erfordert sie doch aufgrund ihrer sphärischen Form eine bestimmte Technik. Hans Jacobs beschreibt diese in seiner „Werkstattpraxis für den Bau von Gleit- und Segelflugzeugen“ sehr gut. Sie kann 1:1 für das Modell angewendet werden.

Mit aufgesetztem Haubengerüst wird zuerst der hintere Haubenrand mit 0,6mm Sperrholz beplankt. Zur Rumpfspitze werden nun schmale Längststreifen zugeschnitten und auf das Gerüst geleimt. Nach und nach schließt sich die Rumpfspitze und hat eine recht gute runde Form. Je schmaler die Streifen zugeschnitten werden, je runder wird die Form.

Danach wird die Beplankung im hinteren Bereich zugeschnitten und aufgebügelt.

R_244R_236

R_249R_319

R_321R_323

Der Seitenruder-Holm ist ein Sandwichteil aus 2 Lagen 0,8mm Sperrholz und einer Lage 3mm Pappel. In das Ruder wird gleich die Anlenkung mit eingebaut.

SR_01

HLW_06

Nachdem beide Seiten beplankt sind, werden die vorderen SR-Rippen eingeklebt und mit 0,4mm Sperrholz beplankt.

SR_14SR_25

SR_30SR_34

Das Seitenruder-Servo Mit Entlastungswippe. Die Bowdenzüge sind ebenfalls schon befestigt und im Rumpf verlegt. Diese lasse ich über kreuz laufen, dadurchj bekomme ich einen günstigen Austrittswinkel am Heck.

R_216

R_415

Die Trimmbleikügelchen werden mit Harz in die Rumpfnase gegossen. Das bringt schon mal 2kg. Ankleben und Verschleifen der Rumpfnase am Rumpf.

Der Hebel für die Haubenverriegelung ist in einem M3 Gewindeeinsatz gelagert, der in einem Kiefernklotz an den Haubenrand geklebt wird. Das Gestänge verriegelt die Haube an Vorder- und Rückseite.

R_380

R_396

 

 

Nun konnte ich mich der „Führerhaube“ (ja, das war in den dreißiger Jahren die korrekte Bezeichnung für dieses Bauteil) widmen. Beim Rhönsperber ist das ein sehr anspruchsvolles Gebilde, was mich etliche Stunden am Rechner und an Probeteilen (die z. T. wieder verworfen wurden) gekostet hat. Im Original ist das Gerüst komplett aus Stahlrohr gebaut. Ich entschied mich aber den unteren Teil aus Holz zu bauen.

Das obere, eigentliche Haubengerüst wird natürlich aus Metallrohren wie im Original gebaut. Aufgrund der komplizierten Form und der leichten Durchbiegung des unteren Randes kam ich nicht umher, eine weitere Helling zu konstruieren, die ich 1. zum Biegen der einzelnen Rohrbögen, und 2. zum genauen Ausrichten beim Löten benötigte.

R_251

R_265

R_285

Und so schaut das Haubengerüst an seinem späteren Bestimmungsort aus. Für die Verglasung werde ich einen Stempel herstellen, über dem die komplette Haube gezogen wird.

R_292

R_293

Es gibt ein paar besondere Momente während des Baus eines neuen Modells. Einer davon ist wenn der Flieger zum ersten mal im Rohbau zusammengebaut wird. Um diesen schönen Anblick der noch unbeplankten Konstruktion zu erhalten, ist dann immer eine Fotosession angesagt. Hier das Ergebnis.

Außerdem konnte ich so auch schon eine grobe Gewichtsbilanz ziehen. Demnach wird das Fluggewicht zwischen 16,5 und 18kg liegen.

RR_03

 

Zum lackieren der sichtbaren Holzoberflächen entschied für diese Produkte. Alle Holzeile wurden zuerst mit 180er Schleifpapier geschliffen. Mit einem Schwamm behandelte ich alle Holzoberflächen mit CLOU Beize “Kiefer”, welche ich nur kurz einziehen ließ und dann mit einem Lappen entfernte. Als nächstes wurden alle Oberflächen mit Schnellschleifgrund gestrichen und danach mit 280er geschliffen.

Dann folgte der erste Rollenanstrich mit CLOU Holzsiegel. Nach dem Trocknen war ich begeistert. Eine sehr schöne, dezent glänzende Oberfläche mit noch sichtbarer Holzstruktur war das Ergebnis.

Die Vorbereitung für den farbigen Bereich war da deutlich aufwändiger. Abkleben der zu lackierenden Bereiche und viermaliges spachteln mit Polyesterspachtel mit je einem Zwischenschliff – das macht eigentlich erst beim letzten Schleifgang halbwegs Spaß, wenn das Ergebnis sichtbar wird.

FIN_01

FIN_02

FIN_03

Den Braunton mischte ich mir aus verschiedenen Farbtönen selber an.

Die Maskierung mit Präzisions-Abklebeband funktionierte tadellos. Es gab keine Unterläufer.

Die offenen Rippenflächen wurden mit Proficover bespannt, was auch mit einigen Tücken aufwartete. Werden die Klebungen zu heiss aufgebügelt, schlägt der Kleber durch und reagiert mit dem Kunstharzlack. Die Folge: hässliche, raue Stellen. Abhilfe: den ausgetretenen Kleber mit Verdünner entfernen.

FIN_05

FIN_06a

FIN_09

Die kleine Flügelkufen verhindern das die Querruder Bodenkontakt bekommen

Die Sitzschale aus 0,8mm Sperrholz wird durch die Rückenlehne arretiert und lässt sich so sehr schnell ohne Werkzeug ausbauen

FL_149

R_386a R_413

Trotz des voluminösen Rumpfes muss sehr genau überlegt werden wo welche Komponenten ihren Platz bekommen, da nach dem Beplanken nur noch durch das obere Loch Zugang zum hinteren Teil Teil des Rumpfes besteht. Durch dieses Loch komme ich aber problemlos an die Elektronik und das SR-Servo.

IMG_2094

R_418

R_419

Das Schleppkupplungsservo bekommt auch eine Abdeckung, damit die Pilotenfüße nichts blockieren können.

Die Spornfeder wurde aus einem Laubrechen-Blatt gebaut und in dem bereits eingelassenen M3 Gewindeeinsatz verschraubt.

Die Seitenruder-Anlenkung.

R_406

R_408

R_414

 

 

ERSTFLUG :-))

 

RS_Erst_04 RS_Erst_10